Samstag, 4. April 11 Uhr Aegidienkirche

- Ostermarsch 2026 in Hannover -

Ein Aufmarsch der Ideologien

Den Anfang des Zuges sollten Jugendorganisationen bilden. Waren im Vergleich zum Schulstreik dann aber doch eher ältere Leute, aber genauso wie dort ein Sammelsurium aus K-Gruppen, lediglich eine andere Fraktion von denen, nämlich DIDF, SDAJ, AKL, KP, ein Haufen roter Fahnen plus Palästinenserfahne.

Direkt dahinter kam ein Block von der Querdenker-BASIS und danach ein Block vom BSW. Und dann Propaganda für einen Militärverband, die Frauen für Rojava mit Fahnen ihrer YPJ-Miliz. Auf ihrem Transparent stand "Nieder mit den Waffen", mit allen Waffen außer den eigenen.

Unter den 750 Teilnehmern waren auch ein paar Hundert Pazifisten, die nicht zu diesen Organisationen gehörten. Haben sie nicht gemerkt, wem sie da hinterhergelaufen sind? Ist es ihnen egal? Wir brauchen dringend eine neue Friedensbewegung!




Frauen für Rojava beim Ostermarsch 2026 in Hannover


Eine Kritik am Aufruf

Für eine Zukunft in Frieden!

Nur wenn alle Menschen, alle Staaten sicher sind, werden wir eine sichere ZUKUNFT ohne Kriegsgefahr haben! Nur Verhandlungen können Konflikte auf Dauer beenden.


Als ob das jemals irgendwo gelungen wäre. Für die diplomatischen Bemühungen, den Nahost-Konflikt zu beenden, wurden z.B. bereits mehrere Friedensnobelpreise verliehen, ohne dass es irgend etwas genützt hätte. Beim Krieg von Russland gegen die Ukraine hat Putin seit 2014 jeden Waffenstillstand und jeden Vertrag gebrochen. Da müsste jemand in Moskau einmarschieren, um sicherzustellen, dass ausgehandelte Friedensvereinbarungen eingehalten werden.

Das Problem besteht darin, dass Verhandlungen von genau den Staaten und Bürgerkriegsparteien geführt werden, die ihre Armeen gegeneinander in Stellung gebracht haben. Es werden also von vornherein nur unfriedliche Ziele verfolgt, die deshalb die Konflikte auch nicht lösen können. Kriege zwischen Pakistan und Indien, den Kurden und der Türkei und viele andere kehren daher immer wieder zurück.

Was der Aufruf ignoriert, ist das breite Spektrum gewaltfreier Aktionsformen. Auch gegen einen militärisch überlegenen Angreifer bleibt einer Bevölkerung immer noch das Mittel des zivilen Widerstands. Und in anderen Ländern besteht die Möglichkeit zur Solidarität, indem durch Sanktionen ein Aggressor zum Rückzug gezwungen wird.

Beim Ostermarsch in Hannover wurde dagegen in den vergangenen Jahren die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland gefordert!

Wehrpflicht gefährdet die ZUKUNFT junger Menschen.

Eine Wehrpflicht würde vor allem jungen Menschen eine sichere ZUKUNFT rauben. Verständlicherweise wehren sich Jugendliche gegen deren Wiedereinführung. Junge Menschen wollen nicht für fremde Interessen sterben. Sie wollen eine gute Ausbildung und eine selbstbestimmte ZUKUNFT.


Ein Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung fehlt. Wichtig wäre auch die Forderung, dass Kriegsdienstverweigerer aus der Ukraine und aus Russland in Deutschland Asyl erhalten.

Und warum wird ausschließlich die Wehrpflicht als Problem gesehen? Als ob mit einer Freiwilligenarmee alles in Ordnung wäre. Und sicherlich wollen Jugendliche nicht für fremde Interessen sterben. Aber was ist, wenn sich herausstellt, dass es um die eigenen Interessen geht?

Eine sichere ZUKUNFT ohne Bedrohungslüge!

Militärs, Politiker*innen, viele Medien tun so, als stünde der nächste Krieg schon vor der Tür. Aber es gibt keine Unterlegenheit der NATO, keine „Fähigkeitslücke“: die Nato gibt für Rüstung zehnmal mehr aus als Russland, nämlich 1.500 Milliarden US Dollar gegenüber 150 Milliarden (Friedensforschungsinstitut SIPRI). Trotzdem wird bei uns das ganze Leben der Kriegsvorbereitung untergeordnet.

Mit der Behauptung: „Wir werden aus dem Osten bedroht,“ soll unsere Gesellschaft „kriegstüchtig“ gemacht werden. Das umfasst das Gesundheitssystem, den Ausbau von Straßen und Schienen … die Meinungsfreiheit ist bedroht, Rechte der Beschäftigten sind in Gefahr.


Alles nur eine Bedrohungslüge? Sahra Wagenknecht wollte uns ja schon einreden, dass Putin die Ukraine nicht angreifen wird. Und dann - oops - ist es doch passiert.

Eine Argumentation, die darauf aufbaut, dass der Westen doch eigentlich schon genug Waffen und Soldaten hat und DESHALB keine weitere Aufrüstung und keine Wiedereinführung der Wehrpflicht braucht, bricht in sich zusammen, wenn es dann doch in irgendeinem Bereich eine
Fähigkeitslücke gibt.

Der Westen gibt mehr Geld für Rüstung aus und hat über Jahrzehnte hinweg Waffensysteme und Reservisten angehäuft. Wieviel davon wäre bei einem Krieg mit Russland einsatzfähig? Wie lange würden diese Reserven reichen? Russland hat seit dem Angriff auf die Ukraine seine gesamte Wirtschaft auf Kriegsproduktion umgestellt. Russland ist dadurch gegenüber dem Westen im Vorteil darin, die an der Front verbrauchte Munition unmittelbar zu ersetzen, während bei uns die entsprechenden Kapazitäten erst aufgebaut werden.

Und Russland schafft es, obwohl jeden Tag Tausend seiner Soldaten getötet oder verwundet werden und dadurch für den weiteren Kampf ausfallen, trotzdem regelmäßig genügend neue Rekruten zu finden, die die Lücken auffüllen. Für die Taktik, mit Selbstmordkommandos von Motorradfahrern eine Front zu durchbrechen und Brückenköpfe zu bilden, gibt es noch keine wirksame Abwehr.

Der Krieg in der Ukraine wird inzwischen hauptsächlich mit Drohnen geführt. Darauf ist der Westen überhaupt noch nicht vorbereitet. Das Geld wird hier weiterhin für hochgezüchtete Waffensysteme mit ungewisser Funktionsfähigkeit eingesetzt, während die Massenproduktion von Drohnen und die Ausbildung daran noch nicht stattfinden.

Während uns eingeredet werden soll, dass es sich bei der Bedrohung aus dem Osten nur um eine Lüge handelt, führt Russland längst einen hybriden Krieg gegen uns. Es gibt Anschläge auf Stromversorgung und Schienenverkehr und auf Computernetzwerke. Desinformationen werden gestreut und wie schon zur Zeit des Kalten Krieges wird die Friedensbewegung manipuliert, um russische Narrative zu verbreiten.

All denen, die nicht darauf reinfallen, müssen wir eine alternative zur militärischen Aufrüstung bieten, damit sie nicht - in ihrem ureigensten Interesse - die Unterstützung der Bundeswehr für unvermeidlich halten. Gerade wenn es um Werte wie Meinungsfreiheit und um eine selbstbestimmte Zukunft gehen soll, dann müssen wir alles tun, damit sich - neben den Bedrohungen, die wir hier bei uns haben - das autoritäre Gesellschaftssystem von Russland nicht weiter nach Westen ausbreiten kann.

Und weil wir sehen, wieviel Leid eine bewaffnete Verteidigung wie in der Ukraine mit sich bringt, müssen wir gewaltfreie Alternativen schaffen. Für Deutschland würde das ein Training der gesamten Bevölkerung in Sozialer Verteidigung bedeuten. Leider sind wir davon noch sehr weit entfernt. Aber wenn wir nicht immer nur zuschauen wollen, wie andere mit militärischen Mitteln Entscheidungen herbeiführen, wie z.B. jetzt im Iran, dann müssen wir unsere gewaltfreien Aktionsformen weiterentwickeln. Es gibt genügend Beispiele, aus denen wir lernen können.

Neue US-Raketen gefährden unsere ZUKUNFT!

Die USA wollen in Deutschland neue Raketen aufstellen. Als „Erstschlagwaffen“ könnten sie die russische Regierung ausschalten, ohne dass eine Abwehr möglich wäre.

Das bedeutet: Russland könnte darauf reagieren oder sogar „vorbeugend“ handeln - dabei wäre Deutschland das Ziel.

Eine Gefahr für unser aller ZUKUNFT!

Die Atomkriegsgefahr ist wieder da. Unterschreiben wir den Berliner Appell, um diese Stationierung zu verhindern.


Da wird völlig unterschlagen, von wem die Atomkriegsgefahr derzeit ausgeht. Russland hat in den vergangenen Jahren nuklearfähige Iskander-Raketen in Kaliningrad stationiert. Und seit 2023 werden Atomwaffen nach Belarus, bis direkt an die polnische Grenze, verlegt.

Und, es ist nicht erst die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen, die übrigens bislang keine Atomsprengköpfe tragen sollen, auf die Russland
vorbeugend mit einem Erstschlag reagieren könnte. Was Russland zum Angriff auf die Ukraine provoziert hat, war 2014 die Demokratiebewegung vom Maidan und 2022 die Demokratiebewegung in Belarus. Und wegen der Unterstützung der Ukraine wurde in der russischen Propaganda bereits wiederholt mit einem Atomschlag gegen Westeuropa gedroht.

Glaubwürdig wäre die Sorge um eine neue Atomkriegsgefahr nur, wenn es in gleicher Weise Demonstrationen vor der russischen Botschaft in Berlin geben würde, gegen die ständigen Drohungen und gegen die Atomwaffen in Belarus.

Aber was will man von einer Friedensbewegung erwarten, in der DKP und BSW den Ton angeben. Bereits in den1980ern hat die DKP, damals noch finanziert aus der DDR, dafür gesorgt, dass die Aktionen der Friedensbewegung ausschließlich gegen die westlichen Pershing 2, aber nicht gegen die östlichen SS-20, gerichtet waren.

Und heute fordert die DKP Freundschaft mit dem Aggressor Russland und solidarisiert sich mit dem menschenverachtenden Regime im Iran.

Ja, geht zum Ostermarsch. Aber bringt eure eigenen Forderungen mit. Lasst euch nicht vereinnahmen. Don't thint twice it's alright.

Für eine neue Friedensbewegung, die den Namen endlich wieder verdient!

Gerhard Knapienski


DKP beim Ostermarsch 2023 in Hannover



Originaltext vom Aufruf zum Ostermarsch 2026 in Hannover:


Für eine Zukunft in Frieden!

Nur wenn alle Menschen, alle Staaten sicher sind, werden wir eine sichere ZUKUNFT ohne Kriegsgefahr haben! Nur Verhandlungen können Konflikte auf Dauer beenden.

Aufrüstung zerstört soziale Sicherheit und ZUKUNFT!

Geld für Bildung, Gesundheit, Renten, Kultur, Verkehrswege und Klimaschutz wird fehlen, wenn ins Militär fünf Prozent aller Werte gehen, die die Menschen in Deutschland Jahr für Jahr erarbeiten. Diese fünf Prozent entsprächen fast der Hälfte des Bundeshaushalts! Es stimmt nicht, dass Rüstung Arbeitsplätze sichert. Von Ausgaben für zivile Zwecke dagegen profitieren die meisten Menschen: Beschäftigte der Bauindustrie, Handwerker, kleine Geschäfte … allerdings nicht Aktionäre von Rüstungsbetrieben.

Wehrpflicht gefährdet die ZUKUNFT junger Menschen.

Eine Wehrpflicht würde vor allem jungen Menschen eine sichere ZUKUNFT rauben. Verständlicherweise wehren sich Jugendliche gegen deren Wiedereinführung. Junge Menschen wollen nicht für fremde Interessen sterben. Sie wollen eine gute Ausbildung und eine selbstbestimmte ZUKUNFT.

Militär und Rüstung zerstören die Umwelt und damit die ZUKUNFT, nicht nur bei uns!

Rüstung, nicht erst Kriege, sind größte Umweltzerstörer. Nicht nur in Deutschland. Ausfuhr von Rüstungsgütern bringt weltweit Tod und Zerstörung. Die Bundesregierung hat 2024 die Ausfuhr von Waffen in Höhe von zwölf Milliarden Euro genehmigt. Doch Rüstungsproduktion vernichtet Rohstoffe, Energie und menschliche Arbeit. Militär frisst Flächen, verseucht Böden, stößt bei Kriegsübungen mit Panzern, Flugzeugen massenweise Klima zerstörende Schadstoffe aus.

Eine sichere ZUKUNFT ohne Bedrohungslüge!

Militärs, Politiker*innen, viele Medien tun so, als stünde der nächste Krieg schon vor der Tür. Aber es gibt keine Unterlegenheit der NATO, keine „Fähigkeitslücke“: die Nato gibt für Rüstung zehnmal mehr aus als Russland, nämlich 1.500 Milliarden US Dollar gegenüber 150 Milliarden (Friedensforschungsinstitut SIPRI). Trotzdem wird bei uns das ganze Leben der Kriegsvorbereitung untergeordnet.

Mit der Behauptung: „Wir werden aus dem Osten bedroht,“ soll unsere Gesellschaft „kriegstüchtig“ gemacht werden. Das umfasst das Gesundheitssystem, den Ausbau von Straßen und Schienen … die Meinungsfreiheit ist bedroht, Rechte der Beschäftigten sind in Gefahr.

Neue US-Raketen gefährden unsere ZUKUNFT!

Die USA wollen in Deutschland neue Raketen aufstellen. Als „Erstschlagwaffen“ könnten sie die russische Regierung ausschalten, ohne dass eine Abwehr möglich wäre.

Das bedeutet: Russland könnte darauf reagieren oder sogar „vorbeugend“ handeln - dabei wäre Deutschland das Ziel.

Eine Gefahr für unser aller ZUKUNFT!

Die Atomkriegsgefahr ist wieder da. Unterschreiben wir den Berliner Appell, um diese Stationierung zu verhindern.

Internationale Verständigung und zivile Konfliktbearbeitung müssen militärische Drohungen ersetzen! Wir stehen für den FRIEDEN ein – jetzt und in und für die ZUKUNFT!


Nationalistische, rassistische, antisemitische oder militaristische Inhalte haben auf dem Ostermarsch keinen Platz.

vom Friedensbüro Hannover

nach oben